
MEHRSEILLÄNGEN
Frage der Zeit
Frage der Zeit
21. September 2025
Wir grüßen aus Trattenbach im Ennstal!
Für uns geht’s heute, am letzten heißen Sommertag des Jahres, Back To The Roots.
Hier kletterten wir unsere erste Mehrseillänge nach dem Alpin-Kletterkurs im Xeis.
Für die Geschichts-Fans: Es war am 9. Juli 2022.
Der 9. Juli 2022 war ein Samstag.
An diesem Tag gab es im Weltraum einen besonderen Moment, bei dem die Internationale Raumstation (ISS) und der helle Planet Saturn am Nachthimmel zu sehen waren.
Außerdem wurde in den USA der „Call of the Horizon Day“ begangen, ein Tag für Fernweh.
Ebenfalls wurde der Namenstag von Andreas, Anna, Johannes und Paulina gefeiert.
Und es war der 192. Tag des Jahres.
Wir kletterten die Route „Südwestgrat“ im Schwierigkeitsgrad 3.
Nach dem kurzen Schweif in die Vergangenheit sind wir jetzt aber wieder Live dabei…
Kreuzmauer
Frage der Zeit
Die Route „Frage der Zeit“ ist die schwierigste Mehrseillänge, die wir bis jetzt in Angriff genommen haben.
Es warten 7 Seillängen im Schwierigkeitsgrad 6+.
125 Meter müssen wir vertikal überwinden.
Also, verlieren wir keine Zeit.
Auf geht’s!!
Nachdem die 2 Eier beim Zustieg dachten, sie wären klüger als das Huhn, hätten wir uns schon fast verlaufen.
Aber das Huhn konnte sich doch noch durchsetzen.
Und es hatte recht.🐓😉
Beim Schuttfeld leicht bergab queren und nicht stur gerade aus weiter…
Und siehe da, wir sind beim Einstieg.
Also fast jedenfalls.
Unsere Route startet 25 Meter weiter unten. Also erstmal
Abseilen!
Es ist immer wieder spannend…
Aber hat man mal das Vertrauen in Ausrüstung und Technik gefunden, ist’s sogar ganz lustig.😂
Ansatzweise zumindest!😂
Nach dem erfolgreichen Touchdown unser aller Dreien, können wir jetzt mit dem Gipfelsturm beginnen.
Die erste Seillänge ist ganz okay eigentlich.
Eine 6.
Es ist etwas erdig. Man muss schon ordentlich aufpassen wo man hintritt.
Aber es ist ganz okay.
Die zweite Seillänge ist zwar kurz, aber oho…😂
Es gibt leider keine Sicherung.
Wir funktionieren schnell einen Baum zur Sicherung um, und schon geht’s weiter…
Zu Standplatz Nummer 2…
Und das ist so gar nicht meins, wie ich mit Entsetzen feststellen muss.
Ja nicht mehr hinunter schauen!!😂
Puhh, da ist es ausgesetzt!
„Beeilt euch bitte! Ich mag da weg!“😂
Nach einer kurzen Improvisation gelingt es mir, den Standplatz zwei Meter nach rechts zu verschieben.
Deutlich besser!!
Sagt zumindest das Gehirn.
Würde man hier jetzt stürzen, würde es aber genauso mit einem kleinen Aua enden.😂
Die dritte Seillänge ist die Schlüsselstelle.
Eine 6+.
Und da warten einige unangenehme Überraschungen…
Beziehungsweise auch nicht!
Denn Sicherungen sucht man doch eher vergeblich.
Dafür aber ein Nest voller Wespen!
Ganz schlechter Zeitpunkt…
Und dazu kommt noch, dass die Kletterei hier gar nicht mal so einfach ist.
Nach einer Kombination aus unserer Route und der daneben, schaffen wir es aber zum rettenden Standplatz.
die Einstiegsseillänge, die Schlüsselstelle und der rettende Standplatz
Das waren gerade mal 3 von 7 Seillängen und ich bin wirklich fertig.
Müssen halt die 2 Eier auch mal was tun…
Ich klinke mich somit aus…
Herrlich!! Wenn man einfach nur zuschauen kann…
Ein Ei übernimmt jetzt den Vorstieg in der nächsten Seillänge.
Und ich bin wirklich sehr sehr dankbar, dass ich nicht ran muss…
Es ist eine anspruchsvolle Kletterei im 5. Grad.
Und der Standplatz… Naja…
Urteilt selbst…
ja, da ganz oben!!
Sehr stark!
Es ist aber immer noch nicht vorbei.
Man glaubt es zwar nicht, aber der Berg ist noch lange nicht aus.
Die 5. Seillänge ist ein Fußmarsch von 50 Metern.
Würde man beim Wandern hier vorbeikommen, würde man einfach weitergehen.
Hat man aber ein Seil an sich geknotet, verhält sich auch das Hirn eigenartig.
Einfach verknotet!
Man bewegt sich wie auf rohen Eiern.
das „Gehstück“ im 1. Schwierigkeitsgrat
So, auch das ist geschafft!
Wie geht’s jetzt weiter?
Wie weit sind wir jetzt eigentlich schon?
Ein kurzer Blick in die Topo schafft für Klarheit.
Überblick mit Ausblick
Jetzt haben wir die Qual der Wahl.
2 Routen führen von hier zum Gipfel.
Wir entscheiden uns für den Südwestgrat um dann über die Schoberkante zum Gipfel zu kommen.
Eine Seillänge im 3. und eine im 4. Grad warten noch auf uns.
Es ist vollbracht!
Die Trinkreserven sind aufgebraucht und die Sonne scheint gnadenlos auf uns herab.
Aber Dank der hervorragenden Leistung des 🥚 stehen wir am letzten Standplatz.
Hut Ab!!
der letzte Standplatz
Endlich raus aus den Kletterschuhen!
Die letzten 100 Meter gehen wir noch den Grat entlang.
Ziemlich spektakulär!
Dafür wartet dann aber das lang ersehnte Gipfelkreuz!
So, jetzt wo alles vorbei ist, kann ich ja die Frage stellen:
Wer um Gottes Namen kommt auf die Idee, bei 30° eine Mehrseillänge im 6. Grad auf einer Südseite zu klettern??
Aber jetzt im Nachhinein, wenn man das mal 24 Stunden Revue passieren lässt…
Das war’s wert!!
Bis zum nächsten Mal…
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