
MEHRSEILLÄNGEN
Zeitreise
21. Juni 2025
Es ist soweit…
Erinnert ihr euch noch an den 2. Juni 2024 ?
Heute geht ihr Wunsch in Erfüllung.
„Dosi goes Bergführer“
Über ein Jahr haben wir uns auf diese Tour vorbereitet.
Schauergeschichten haben wir darüber gelesen und gehört…
Aber wird es wirklich so schlimm??
Wir werden sehen…
Die Grundvoraussetzungen sind heute endlich mal perfekt.
Über mehrere Tage kein Regen und auch heute ist kein Unwetter vorhergesagt.
Immerhin sind wir ja im Salzkammergut. Da muss man ja immer wieder mit Gewittern rechnen.
Und das will man in einer Mehrseillänge wirklich nicht erleben!
Zeitreise
Vorderer Gosausee
Fakten:
11 Seillängen, 400 Meter, Schwierigkeit 6+ (5 obl.)
Aber warum eigentlich „Zeitreise“?
Diese Tour wurde schon in den 1900er Jahren geklettert und 2014 saniert. Dazu wurden die alten Schlaghaken durch Bohrhaken ersetzt.
Aber nicht alle wurden entfernt.
Man findet immer wieder mal die Relikte aus vergangener Zeit.
Das wäre mal geklärt.
Es kann also losgehen.
Um 4:00 Uhr früh beginnt die Reise nach Gosau.
Um für jegliche Eventualitäten gerüstet zu sein, wollen wir so früh wie möglich starten.
Wir haben mit Mehrseillängen und Zeitdruck schon so unsere Erfahrungen gemacht.
Ich sag nur Wachauergrat…
Aber Zeit zum Frühstücken muss schon sein.
Jetzt ist auch unsere Bergführerin ansprechbar.
Während wir die letzten Kilometer zurücklegen, macht sie schon einmal die detaillierte Tourenplanung.
Wer klettert was, wer steigt welche Länge vor, wer sichert wem und wann, wo wird Pause gemacht, was wird in der Pause von wem gegessen und getrunken und noch ganz viel anderes unnützes Zeug.
Naja, Hauptsache sie ist beschäftigt…
Um 7:30 Uhr ist es dann geschafft.
Nach einem kurzen Zustieg entlang des Gosausees, stehen wir am Einstieg zur Zeitreise.
Jetzt noch mal kurz sammeln und dann volle Konzentration…
Wie es sich für einen Bergführer gehört, übernimmt Dosi gleich zu Beginn das Kommando.
Und was soll man sagen!?
Sie macht das richtig großartig.
Sie findet den richtigen Weg und führt uns souverän bis zum Standplatz zur 4. Seillänge.
traumhafter Ausblick nach 92 Meter
Führungswechsel…
Ich übernehme den Vorstieg der 3 nächsten Seillängen.
Und warum das so angeordnet wurde, weiß ich jetzt auch.
Es sind die schwierigeren Passagen und die Längen mit dem kompliziertesten Seilverlauf.
Und Quergänge…
Aber ja, als Bergführer ist man sich für diese Arbeiten wohl zu gut…
Wir meistern auch diese 3 Seillängen, und haben schon 170 Meter zurück gelegt.
Halbzeit ungefähr!
Da diese Tour Südwestseitig ausgerichtet ist, gesellt sich jetzt auch die Sonne zu uns.
Mit anderen Worten: „Es ist sauheiß!“
Irgendwie gemein, wenn man unten den kühlen See sieht…
Schluss jetzt mit jammern…
Unsere Bergführerin wird ungeduldig und übernimmt wieder das Kommando.
Die Seillängen Nr. 7, Nr. 8 und Nr. 9 macht der Chef wieder persönlich.
Und sie macht es richtig gut.
Obwohl der Routenverlauf und die Wegfindung immer schwieriger werden, behält sie (fast) immer den Überblick.
Chefsache
Die letzten 2 Seillängen gehören wieder mir.
Und jetzt ratet mal warum? Richtig!
„…und endet schließlich an einem kompakten, wasserzerfressenen Pfeiler.
Der Pfeiler in der vorletzten Seillänge ist jedoch ca. 30 m anhaltend im 5. Grad.“
Quelle: bergsteigen.com
Also eigentlich richtig cool… 30 Meter im fünften Grad…
Nur dass auch diese 30 Meter ein Quergang sind, von dem stand nix in der Beschreibung.
Und unser Bergführer hat darüber auch kein Wort verloren.
Nach einem gewonnenen Kampf gegen die Seilreibung, stehen wir schließlich am Standplatz zur letzten Seillänge…
Ausgesetzt – letzter Standplatz in 360 Metern
Nur nicht zu viel nach unten schauen…
Obwohl die letzten 40 Meter, laut Topo, großteils mit Schlingen selbst abzusichern sind, findet man überraschenderweise doch immer wieder einen Bohrhaken.
Zum Glück. Hier ist das Gestein nämlich nicht immer ganz fest.
Nach 4 Stunden und 10 Minuten stehen wir am Gipfel vom Lärchkogel.
Dosi hat es geschafft!
Sie hat uns sicher bis zum Top geführt!
Dankeschön! ☺️

Einziger Wermutstropfen: Die Ebenalmhütte hat leider geschlossen!
Es bleibt uns nur ein warmes RedBull.
Nach dem einstündigen Abstieg in brütender Hitze, bekommen wir nun endlich unsere verdiente Erfrischung.
Zeitreise
ein unvergessliches Abenteuer
Dosi goes Bergführer
Bis bald 👋
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